Mobilität gemeinsam gestalten

Kommentar von Felix Gruber, Klimaschutzbeirat Ibbenbüren

Die Begriffe Mobilität und Verkehr werden häufig synonym verwendet, was die Diskussion um die richtigen Lösungsansätze vor Ort erschweren kann. Mobilität ist ein hohes Gut, es ist ein Bedürfnis, es ist Garant und Motor für Entwicklung und Austausch zwischen den Menschen.

Verkehr ist realisierte Mobilität, also das was man erlebt, wenn man mobil ist. Und dass das gut oder weniger gut für uns Menschen aber auch die Umwelt organisiert sein kann, wird jede und jeder bestätigen, die oder der im Stau steht oder an Haltestellen viel zu lange auf dann häufig überfüllte S-Bahnen und Busse wartet und dabei gesundheits- und klimaschädigende Abgase um die Nase gepustet bekommt. Es kommt also darauf an, wie wir Mobilität künftig besser planen und organisieren. Ziel muss es sein, den Verkehr zu reduzieren bzw. nachhaltig umzubauen, aber nicht die Mobilität an sich einzuschränken.

Damit wird deutlich, dass die notwendige Mobilitätswende mehr umfassen wird, als alle heute fossil betriebenen Fahrzeuge sämtlich nur durch E-Fahrzeuge zu ersetzen. Auch zu viele E-Autos verursachen Stau und beanspruchen öffentlichen Raum, was zu Lasten von Aufenthaltsqualität und Gesundheit gehen kann.

Eine große Aufgabe liegt vor uns, mit vielen Herausforderungen aber auch vielen Chancen! Wichtige Rahmensetzungen dazu sind auf der großen politischen Bundes- und Landesebene erforderlich, aber konkret gestaltet und umgesetzt wird in den Kommunen – so auch in Ibbenbüren!

Viele Beispiele gelungener „Verkehrswenden“ zeigen, dass das meist dann zu guten, weil akzeptierten Lösungen führt, wenn die Verwaltung, die Bürgerinnen und Bürger und die ortsansässige Wirtschaft gemeinsam entlang eines zuvor vereinbarten Ziels nach den besten Lösungen suchen und diese umsetzen. Das ist auch der Weg in Ibbenbüren, dessen Mobilitätskonzept 2035+ in einem breiten Dialogverfahren mit Politik, Verbänden und Institutionen sowie der Bürgerschaft erarbeitet worden ist. Es ist sehr zu begrüßen, dass damit die Einleitung einer Mobilitätswende hin zu deutlich klimafreundlicherem Mobilitätsverhalten angestoßen wird.

Ibbenbüren hat sich auf den Weg gemacht und will seinen Beitrag für eine zukunftsfähige und nachhaltige Mobilität leisten. Die zentralen Handlungsfelder von der Schließung von Netzlücken, der Verbesserung der Ortsteilverbindungen über die Vereinheitlichung der Führungsformen bis hin zur sicheren Führung des Radverkehrs an Knotenpunkten und dem Ausbau hochwertiger Radabstellanlagen sind benannt. Nun geht es in den nächsten Jahren an eine tatkräftige und konsistente Umsetzung, die der ehrenamtlich tätige Klimaschutzbeirat gerne unterstützt.

Als Abteilungsleiter Umwelttechnik bei der Deutschen Bundesstiftung Umwelt bereichert Felix Gruber den Ibbenbürener Klimaschutzbeirat um eine überregionale Perspektive.
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